FAQ

Die wichtigsten Fragen zum Volksbegehren

Wer soll die Entscheidung zwischen G8 und G9 treffen?

Bei großen Gymna­sien ab jeweils 4 Klassen pro Jahrgangsstufe (ca. 90% aller bayerischen Gymnasien) soll ein G9- und ein G8-Zweig parallel möglich sein; bei kleineren Gymnasien entscheidet – unter Be­rücksichtigung des Mehrheitsvotums der Eltern – das Schulforum.

Was machen Eltern und Schüler kleiner Schulen, die das Abitur in acht Jahren erreichen wollen, ob­wohl sich “ihr” Schulforum für das G9 entschieden hat?

Solche Schüler können benachbarte Gymnasien besuchen, die den gewünsch­ten Zweig anbieten. Das ist bereits heute z.B. beim musischen Zweig völlig üb­lich.

Ist die Wahlfreiheit der „Tod des ländlichen Gymnasiums”?

Nein! Eher sind verstärkt Anmel­dungen für das G9 zu erwar­ten, da viele Eltern aus Angst vor dem G8 die Real­schule wählen. Grund- und Mittelschüler müssen in den Schulverbün­den übrigens täglich oft weitere Stre­cken fahren als Gymnasiasten, die ein Nachbargym­nasium besuchen wollen.

Sind zwei Gymnasialzweige überhaupt organisierbar und finanzierbar?

Unterschiedliche Zweige mit unterschiedlichen Stundentafeln gibt es schon im­mer an fast allen Gymna­sien. Organisatorisch schwierig und wesentlich teuerer sind die ständigen Notlösungen wie das „Flexi­jahr“, wo für 0,1 % der bayeri­schen Gymnasiasten ein eigen­ständiges Schulprogramm entwickelt werden muss.

Wäre es nicht sinnvoller, die Lehrpläne zu “entrümpeln”?

Das üble Wort „Entrümpeln“ geht davon aus, dass alles, was nicht unmittelbar wirtschaft­lich ver­wertbar ist, gestrichen werden soll. Bayern ist gerade dabei, Jahrtausende altes (und aus guten Gründen überlie­fertes) menschliches Wissen dem Vergessen preiszugeben.

Verliert Bayern nicht an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern mit G8?

Im Gegenteil. Bayern bietet zur Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ein brei­tes Spekt­rum berufsqualifizierender Schulen auf sehr hohem Niveau. Das G9 sorgt dafür, dass verantwortliche Positio­nen in der Gesellschaft durch Menschen besetzt werden, die durch hohe Allgemeinbildung und kritische Denkfä­higkeit kluge Entscheidungen auch über ihr spezielles Fachgebiet hinaus tref­fen können. Das wird langfristig ein wichtiger Stand­ortfaktor sein.

Warum muss man auf alle Fälle zum Volksbegehren gehen?

Scheitert das Volksbegehren, ist zu befürchten, dass die bayerische Staatsregierung auf Druck der CSU-Landtagsfraktion gar keine Reformen angeht und das verunglückte G8 bleibt, wie es ist. Die vielgewünschte „Ruhe“ wird so am Gymnasium nie einkehren.