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1. Nützliche
Tipps für Infostände
2. Weitere Tipps für Kundgebungen
3. Plakatständer selber bauen
1. Nützliche Tipps für Infostände
Genehmigung:
Wo man bei der Stadt die Genehmigung
kriegt, ist ziemlich unterschiedlich. Manchmal beim Einwohnermeldeamt,
manchmal in einer Abteilung "Verkehrswesen", manchmal in einem
"Ordnungsamt". Aber die Leute in den Behörden wissen da
gut Bescheid, da kann einem jeder weiterhelfen.
In der Regel geht das sehr unproblematisch. In Schweinfurt konnte ich
sie sofort mitnehmen, auch Würzburg ging flott. In München z.B.
scheint's länger zu dauern.
Vorschriften: Man kriegt normalerweise einen Platz von höchstens
5 qm, was aber völlig ausreicht (vgl. Ausstattung).
Gebühren fallen auch in unterschiedlicher Höhe an, nach meinen
Erfahrungen in einer Spanne von 0 (!) bis 15 Euro.
Ausstattung:
Als praktisch hat sich ein
Biertisch erwiesen. Dazu ein Sonnenschirm, weil der ein bisschen auffällt
und man an ihm Plakate aufhängen kann (möglichst mehrere in
Grellfarben und in verschiedene Richtungen weisend). Größe
A1 auf einen stabilen Karton aufgeklebt (siehe auch Foto unter "News"
aus der Homepage). Bitte an den Infoständen neben dem Flugblatt auch
Mitgliedsanträge und Spendenformulare für BiBa auslegen und
auf den Verein hinweisen! Wir brauchen das Geld dringend.
Und nicht vergessen, die Genehmigung von der Stadt dabei zu haben!
Personal und Aktion:
Eigentlich braucht man mindestens
3-4 Leute (natürlich, wenn man genug Helfer hat, im Schichtbetrieb).
Einer muss unbedingt am Stand stehen und den Leuten die Formulare erklären.
Nur dastehen und warten bringt wenig Erfolg. Zwei Leute mindestens sollten
in der Umgebung des Standes die Passanten ansprechen mit Hilfe des Flugblattes.
Reicht meistens, zu fragen, ob die bayerische Schulpolitik ein interessantes
Thema für sie wäre, oder die Schulzeitverkürzung. Richtig
gut kommt übrigens, wenn man ältere Schüler als Agitatoren
gewinnen kann, die von der Sache überzeugt sind.
Diskussion:
Es macht wenig Sinn, sich mit
eingefleischten G8-Fans auf lange Diskussionen einzulassen. Die gewinnt
man eh nicht und sie kosten nur Zeit. Allenfalls mal gut, wenn gerade
gähnende Leere am Stand ist, um weitere Leute anzuziehen.
Entschiedene Befürworter dazu animieren, selbst aktiv zu werden und
die Bekannten etc. ansprechen - Leute, die das machen, gibt es überraschend
oft!
Ein Schwachpunkt war bisher die zu undeutliche Zielsetzung des Volksbegehrens.
Man muss den Leuten, die danach fragen, klar machen, dass wir JETZT eine
Rückkehr zum G9, die NOCH unproblematisch zu machen wäre, wollen,
um Zeit zu gewinnen für eine intensive konzeptionelle Diskussion
über den Weg des bayerischen Gymnasiums und über bayerische
Bildungsplanung insgesamt. Was dann - auch nach Erprobungsphasen - rauskommt,
wenn alle betroffenen Gruppen beteiligt waren, sollte auf alle Fälle
ein vernünftiges G9 als Regel sein - über Zusatzangebote wie
ein G8 für besonders begabte Schüler oder das Angebot, eventuell
neben dem normalen G9 ein Ganztags-Angebot zu machen wird man sehen müssen.
Das zu entscheiden ist nicht unsere Aufgabe - in die hoffentlich dann
entstehende bildungspolitische Grundsatzdiskussion kann sich jeder einbringen.
DAZU die Möglichkeit zu schaffen, ist Ziel des Volksbegehrens.
Übrigens macht die Arbeit am Stand (gerade wegen der überraschend
vielen positiven Reaktionen) auch richtig Spaß!
2. Tipps
für Kundgebungen
Über Infostände
berichtet die Presse kaum mehr, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit über
"Kundgebungen". Es ist eigentlich gar nicht viel Aufwand: Als
Sprecherbühne tut's ein offener Pritschenwagen oder auch nur ein
Theaterpodest. Zwei Plakate drauf, ein paar Luftballons dran - fertig
ist die Bühne. Der Sprecher braucht natürlich ein Mikrofon.
Gut ist es, wenn man wirklich eine elektrische Anlage aufstellen kann.
Zur Not tut's auch ein Megafon (kriegt man z.B. bei Ruderclubs, bei der
Feuerwehr oder auch bei der katholischen Kirche). Wichtig ist, dass es
ein Handmikrofon hat - men man direkt ins Megafon sprechen muss, sieht
das nicht gut aus und beeinträchtigt auch beim Reden.
Zum Reden gibt es eigentlich genügend Vorlagen im Forum. Man kann
auch den Text des Flugblatts nehmen und ergänzen mit der Widerlegung
der üblichen Vorhaltungen (rückwärtsgewandt, Chaos, bessere
Chancen). Auch dazu findet sich inzwischen genügend Material im Forum.
Schön wäre es (und zieht Leute an), wenn man zwei oder drei
Musiker hat, die vor oder nach der Rede ungefähr drei bis vier Minuten
spielen - muss ja nichts Tolles sein. In Schweinfurt hat sich z.B. aus
einer BigBand spontan ein G9-Trio gebildet, das reicht völlig. Gut
kommt auch, wenn der Redner von einer anderen Person kurz vorgestellt
würde (er kann ja durchaus als Sprecher der Ortsgruppe von BiBa auftreten
und sich so ankündigen lassen).
Zur Genehmigung muss man in der Regel angeben: Motto, Ort, Zeit, Ablauf,
erwartete Anzahl von Zuhörern, je nach Gemeinde namentlich auch Ordner,
liegt an den Auflagen, die die Polizei macht. Und einen Verantwortlichen
und dessen Stellvertreter (einer der beiden muss immer vor Ort sein).
15 Minuten reden reicht völlig, wer Lust hat, kann natürlich
auch länger - muss jeder selbst wissen, wieviel er sich zutraut.
Neben der Rednertribüne einen Tisch mit Info-Material aufstellen
und vom Redner drauf hinweisen lassen - fertig.
Natürlich muss die Kundgebung in der lokalen Presse angekündigt
sein, am besten auch durch Flugzettel einige Tage vorher.
3. Plakatständer
bauen - heute ausprobiert!
Es häufen
sich die Klagen, dass es an einigen Orten problamatisch sei, an die Plakatständer
der Parteien heranzukommen. Die von der ÖDP müssten wir überall
kriegen, aber die ÖDP ist nicht überall. Meistens sind Grüne
und SPD hilfreich (auf lokaler Ebene!), manchmal sogar die FDP. Freie
Wählergruppen verweigern sich selten. Die meisten Städte und
Landkreise lagern Plakatständer auf ihren Bauhöfen (zum Plakatieren
von Feiern etc.) Kriegt man in der Regel immer, wenn die frei sind - oft
aber nur gegen Miete oder zumindest Kaution.
Wenn gar nichts geht, hier eine Mini-Anleitung zum Selberbauen - für
jeden, der einen Nagel in ein Brett schlagen kann, geeignet. Habe im Selbstversuch
heute in 30 Minuten 10 solche Teile hergestellt:
Material: Die dünnsten Pressplatten im Baumarkt (3,2 mm) auf Größe
85x60 cm zuschneiden lassen (ist ganz geringfügig größer
als unsere DIN-A-1-Plakate). Kostet der qm knapp 3 Euro, gibt ziemlich
exakt 2 Ständerflächen. Die nächsthöhere Stärke
macht alles natürlich stabiler, ist aber auch wesentlich teuerer.
Dazu ein Bund billiger Dachlatten, kostet das Stück ca. 30 Cent.
Die gibt es 2,10 m lang - ist fast ideal, noch besser wäre 2,30 -
2,40. Die muss man nur einmal exakt in der Mitte durchsägen und gewinnt
so aus einer Latte 2 Beine für den Ständer. Jetzt Pressplatte
auf die Dachlatten legen (seitlich und am oberen Ende bündig) und
die Latten von oben durch die Pressplatte festnageln (ruhig 4-5 Drahtstifte
pro Bein verwenden). Ist eigentlich schon stabil. Damit sich die Platte
beim Kleben nicht zu sehr biegt, kann man oben (wer mag und Zeit hat,
auch noch unten), Querstreben zwischen die Ständerbeine nageln, die
müssen nicht genau passen, da kann man Lattenreste aller Art verwenden.
Dann oben mittig im Abstand von ca. 10 cm noch zwei Löcher für
die Drahtbefestigung (weißer Draht macht sich am schönsten...)
bohren. Fertig ist das Teil. Dürfte zwischen 1,50 und 1,80 pro Stück
kosten. Wenn man die Platten mit Draht an Straßenlaternen etc. hängen
darf (Vorsicht - ist nicht in allen Gemeinden erlaubt!), kann man sich
die Beine natürlich sparen, sollte aber dann etwas stärkere
Platten zuschneiden lassen und die Bohrungen oben und unten anbringen.
Eigene Plakatträger haben den Vorteil, dass man die Plakate auch
antackern kann (geht schneller und sauberer als leimen). Bei geliehenen
darf man das oft nicht.
Weitere Fragen bitte gerne
an
Heberlein@biba-online.net
Aktuelle Informationen zum Stand des Volksbegehrens finden Sie unter www.volksbegehrenbayerng9.de
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